blick-richtung news 1/2014

 

„richtung: ziel“ hat Fahrt aufgenommen:

Werkstatt systemisch-lösungsorientiertes Arbeiten

Am 9. November hatte ich zu Coaching, Kaffee und Kuchen eingeladen, um in Theorie und Praxis zu demonstrieren, wie ich arbeite. So stellten sich die zahlreichen Gäste einander mit Stärken vor, die sie später in einem Mini-Coaching nutzen konnten: „Was kann ich tun, um Autofahrer zum Einhalten von Tempo 30 auf unserer Straße zu bewegen?“ lautete die Frage eines Nachbarn, für die ich „Verschlimmerungsideen“ entwickeln ließ: „um die Autofahrer zum Rasen (je schneller, desto besser) zu bringen, rate ich Ihnen …“ – eine von mir geschätzte Methode im Gruppen-Coaching, weil sie spielerisch-humorvoll zur Produktion immer neuer ver-rückter Ideen anregt, die, zurecht gerückt, oft Handlungsmöglichkeiten aufzeigen (s. unten: Im Fokus).

Von Personal Coaching bis Pferdecoaching –

Wege und Irrwege in der Beratung

Am 6. Februar um 19.30 Uhr (Realschule Oberpleis, Dollendorfer Str. 66) halte ich einen Vortrag, den ich im Programmheft der Volkshochschule Siebengebirge so ankündige:

Nie war Coaching populärer: Was als besonderes Beratungsformat für Führungskräfte der Wirtschaft begann (Business Coaching), wird längst für alle und für alles angeboten (Life Coaching) – und treibt dabei auch seltsame Blüten. Worin liegen die Gründe für das Wachsen und Wuchern von Coaching? Ist die mit dem Format verbundene „Selbstoptimierung“ nur Ausdruck der Krise von Individuum und Gesellschaft oder bietet sie durch ihren Anspruch auf „Reflexion und Verbesserung des (beruflichen) Handelns“ auch Lösungsmöglichkeiten? Was also kann ein seriöses Coaching leisten – und was vielleicht auch nicht? Wie lässt sich bei der Fülle der Angebote die Spreu vom Weizen trennen? Wie fänden Sie – wenn Sie es denn wollten – den für Sie passenden Coach, der mit den für Sie geeigneten Ansätzen und Methoden arbeitet?

Ich würde mich freuen, wenn Sie kommen. Melden Sie sich einfach auf der Homepage der Volkshochschule (www.vhs-siebengebirge.de) über die Schnellsuche („Coaching“) an.

Im Fokus: Klar und kreativ – systemisch-konstruktivistische Arbeit mit Gruppen

Wenn Sie sich in einer herausfordernden Situation befinden – eine schwierige Entscheidung ansteht, ein Konflikt lähmt, neue Ideen händeringend gesucht werden – dann erhalten Sie von Ihren Mitmenschen oft Ratschläge. Zumeist fallen diese auf fruchtlosen Boden. Das passiert etwa in den Fällen, da Sie selber alle angebotenen Lösungen längst kennen: „für wie dumm hält der mich? Glaubt der, darauf würde ich nicht alleine kommen?“ Oder die eine Einschätzung Ihrer Person und Situation durch den anderen zu verraten scheint, die die Beziehung anderweitig belastet: „wer mir so etwas rät, kennt mich nicht, interessiert sich nicht für mich, hat mir nicht zugehört“. Ratschläge werden oft auch als grenzüberschreitend erlebt, weil sie „das Reich der Freiheit und Selbstinitiative“ (Schulz von Thun) angreifen: „Ratschläge sind Schläge“. Systemtheoretisch formuliert: Ratschläge werden aus fremden Systemen des Denkens und Deutens, Fühlens und Handelns heraus gemacht, die nicht die Ihrigen sind. Und damit verpuffen sie oft wirkungslos oder sorgen sogar für Frustration bei Gebern und Empfängern.

In Gruppencoaching und Gruppensupervision werden die Anliegen der Einzelnen von allen bearbeitet – und zwar in einer Form, die die in der Gruppe vorhandenen Ressourcen zum Wohle der „Falleinbringer“ nutzt, die geschilderten Effekte aber umgeht. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in einer zielgerichteten und lösungsorientierten Steuerung des Prozesses.

Im Kern geht es darum, die vorhandene Fülle an Erfahrungen und Sichtweisen systematisch zu erschließen. Der Prozess zielt dabei auf die Produktion möglichst vieler – und damit oft auch neuer – Ideen und nicht auf deren Bewertung als gut oder schlecht, als richtig oder falsch. Die Entscheidung darüber, ob eine Idee „passt“, trifft allein die Person, mit deren individuellem Anliegen sich die Gruppe befasst – und deren Auswahl genauso subjektiv geprägt ist wie Ideen, die die anderen zur Verfügung stellen.

Erreicht wird dies durch klare Strukturen (Abläufe, Regeln), innerhalb derer dann vielfältige und komplexe Methoden zur Anwendung kommen können. Ein Schutzraum bietet also den notwendigen Freiraum, um lustvolle und kreative Suchprozesse in Gang zu setzen, bei denen eine neue Sicht der Dinge oder ein alternatives Handlungskonzept gefunden werden kann – immer mit dem Ziel, mehr Möglichkeiten zu schaffen und dadurch die eigene Wirksamkeit zu erhöhen.

Wenn Sie an dem Format interessiert sind oder selbst einen solchen Prozess für Ihre Gruppe initiieren möchten, kommen Sie bitte auf mich zu!

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