blick-richtung news 2/2013

Im Frühjahr ist mein Unternehmen „richtung: ziel“ an den Start gegangen. Jetzt, im Herbst, lade ich Sie dazu ein, einen Blick in meine Werkstatt zu werfen.

Werkstatt systemisch-lösungsorientiertes Arbeiten

Systemisch, lösungsorientiert, auch konstruktivistisch: mit diesen Adjektiven wird die Richtung in Coaching und Supervision beschrieben, der ich in meiner Arbeit folge. Aber was heißt das eigentlich und wie funktioniert es? Mit ein wenig Theorie und viel Praxis will ich Ihnen demonstrieren, wie ich arbeite: in meiner „Coaching-Zone“ in Birlinghoven erwartet Sie am Samstag, 9. November von 14 bis 16 Uhr, Coaching, Kaffee und Kuchen. Bitte melden Sie sich bis 3. November unter dr.kremer@richtung-ziel.de an.

Angebot Gruppensupervision

Haben Sie Interesse an Supervision?  Supervision ist eine aus der Sozialen Arbeit kommende Beratungsform für Einzelpersonen, Gruppen und Teams, die auf die Reflexion und Verbesserung beruflichen und ehrenamtlichen Handelns zielt. 

In der Gruppensupervision finden sich nun – nicht weniger als vier und nicht mehr als zehn – Menschen zusammen, die

       ihre Anliegen zum Thema in der Gruppe machen und

       ihre Perspektiven und Erfahrungen zur Verfügung stellen, wenn die Anliegen der Anderen bearbeitet werden.

Als Supervisorin sorge ich mit allen Mitteln meiner Kunst dafür, dass dies systematisch und strukturiert und zugleich lustvoll und kreativ geschieht.

Beispiele: Kontern oder “schlucken“? Gehen oder bleiben? Umgang mit widrigen Verhältnissen am Arbeitsplatz – Einstieg? Aufstieg? Ausstieg? Wie entscheiden? – Auf allen Hochzeiten tanzen? Zwischen Familie, Beruf und Ehrenamt – Beschleunigen oder entschleunigen? Selbstmanagement im Umgang mit Druck und Stress – Schwierige Beziehungen gestalten: Kommunikation und Konflikte steuern

Haben Sie Interesse? Ich möchte eine Supervisionsgruppe ins Leben rufen, die sich ab Januar alle zwei Wochen für zwei Stunden im Raum Bonn (rechtsrheinisch)/Siegburg/Sankt Augustin trifft. Mein Honorar (200€, inkl. Raummiete, Getränke, Snacks) wird unter den Teilnehmenden aufgeteilt.

Rückfragen und Anmeldungen (bis 28. November) nehme ich unter 02241 2516829 bzw. dr.kremer@richtung-ziel.de gern entgegen.

Im Fokus: Konflikte

Ihren Blick lenke ich heute auf Konflikte: Sie sind allgegenwärtig, der Normal- und kein Sonderfall in unserem Leben,  sie werden bisweilen sogar als sinnvoll und nützlich erachtet  (wenn es etwa um Veränderung, oder, im Gegenteil, um die Sicherung des Status quo geht)  – und doch vielfach als Belastung erlebt. Wie ist das zu erklären?

„Die Beziehungsebene bestimmt die Sachebene“, heißt es, oder auch: „Sozialdimension geht vor Sachdimension“ (Fritz Simon). Als soziale Wesen bedürfen wir – die einen mehr, die anderen weniger – der Anerkennung und Bestätigung durch andere und beziehen daraus – in unterschiedlichem Maße – Selbstwert. Das damit verbundene Risiko von Kränkung und Infragestellung ist auch deswegen so hoch, weil unsere Beziehungen nichts Statisches sind, sondern in Interaktion und Kommunikation immer wieder bewusst oder unbewusst neu verhandelt werden. Jeder kann jederzeit das bisher als gültig und verbindlich Angenommene zur Disposition stellen. Wird auf einmal Über- oder Unterordnung verlangt (komplementäre Beziehung)? Oder soll endlich auf Augenhöhe agiert werden (symmetrische Beziehung)?
Vor allem für diejenigen, die eine komplementäre Beziehung symmetrisch gestalten wollen, kann ein Konflikt hilfreich sein. Im Streit darüber, wer in einer Beziehung das Sagen hat, begegnen sich die Parteien von gleich zu gleich: „Denn solange der Konflikt in Gang ist, besteht de facto zwischen den Konfliktparteien eine Symmetrie“ (Fritz Simon). Und so verspricht ein Konflikt Macht dort, wo der eigene Einfluss ansonsten begrenzt ist.

All‘ dies macht Beziehungen besonders konfliktanfällig und lässt Beziehungskonflikte (auch wenn sie im Gewand von Sachkonflikten auftreten) besonders leicht eskalieren.
Was tun?

  • Eine „Einladung zum Tanz“ nicht spontan annehmen: „Tun Sie erst mal gar nichts, oder zählen Sie bis 100“ rät Fritz Simon in seiner „Systemtheorie des Konflikts“. Das gibt Ihnen die Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob und wie Sie „einsteigen“ wollen.
  • „Differenzieren und Sortieren“ empfiehlt derselbe Autor, um das in unserem Erleben oft unentwirrbare Knäuel Konflikt „aufzudröseln“ und damit Distanz zum Geschehen zu entwickeln, um so (wieder) Handlungsspielraum zu gewinnen: Trennung der immer vermischten Sach- und Beziehungsebenen. Trennung von (vordergründiger) Position und (dahinterstehendem) Interesse. Trennung von Zielen und Wegen (vielleicht gibt es ja ein gemeinsames Ziel oder es gibt Einigkeit darüber, sich über das Ziel nicht einigen zu können – um dann über ein Stück gemeinsamen Weges zu sprechen). Trennung von (belasteter) Vergangenheit (über die zu streiten oft nicht zieldienlich ist) und (guter) Zukunft.
  • Den Konfliktgegner als Mit-Akteur und Mit-Mensch zu begreifen: er hat – so wie Sie auch – eine eigene Sicht auf die Dinge. Vielleicht sieht er sich – genauso wie Sie – als Opfer und keineswegs als Täter. Was, denken Sie, braucht er, um ohne Gesichtsverlust den Konflikt zu beenden? Können Sie ihm das zugestehen? Bedenken Sie dabei die Risiken weiterer Eskalation und die Unwahrscheinlichkeit Ihres eigenen „totalen Sieges“. Und vergessen Sie nicht, dass erst eine von beiden Seiten als ausgeglichen empfundene Bilanz von Geben und Nehmen Lösungen tragfähig macht.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen zu meiner Werkstatt am 9.11., dem Angebot Gruppensupervision oder zum Thema „Konflikt“. Eine schöne Herbstzeit wünscht Ihnen

Dr. Renate Kremer

Coach (DGfC), Supervisorin (DGSv*)

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